Medienmitteilung vom 29. Januar 2021

Überparteiliches Komitee gegen die Sonntagsarbeit

Nein zu mehr Sonntagsarbeit

Am 7. März stimmen die Stimmberechtigten des Kantons Bern über die Revision des Gesetzes über Handel und Gewerbe (HGG) ab.

Wir bekämpfen den Entscheid des Grossen Rats mit folgenden Argumenten:

  • Der Sonntag soll weiterhin der arbeitsfreie Wochentag bleiben. Nur in zwingend notwendigen Fällen (Service public) soll davon abgesehen werden.
  • Der Sonntag ist für die Menschen der Tag der Erholung, der Entspannung, der Besinnung und der Pflege sozialer Kontakte. Wir schützen ihn vor Ansprüchen, die Teile der Wirtschaft an ihn stellen.
  • Für die Beschäftigten im Detailhandel sind zwei zusätzliche Verkaufssonntage eine grosse und unzumutbare Zusatzbelastung. Sie haben bereits heute oft schwierige Arbeitsverhältnisse mit tiefen Löhnen, langen Präsenzzeiten und unregelmässigen Arbeitszeiten.
  • Zusätzliche Einkaufssonntage sind eine Ohrfeige für all die Verkäuferinnen und Verkäufer, die während des Lockdowns für die Versorgung der Bevölkerung gearbeitet haben.
  • Zusätzliche Verkaufssonntage nützen Grossverteilern und internationalen Ketten. Kleine, lokale Geschäfte werden unter Druck gesetzt. Das führt zu einem Verdrängungswettbewerb und zu weiteren Konzentration im Detailhandel.
  • Volkswirtschaftlich sind zusätzliche Verkaufssonntage ein Nullsummenspiel, weil keine zusätzlichen Mittel verfügbar sind. KonsumentInnen haben nicht plötzlich mehr Geld im Portemonnaie.
  • Es entstehen kaum neue Arbeitsplätze, weil die zusätzlichen Verkaufssonntage vorwiegend mit dem bestehenden Personal abgedeckt werden.

Trotz der Pandemie stiess das von einem breiten Komitee getragene Referendum gegen die vom Grossen Rat beschlossene Revision des Gesetzes über den Handel und das Gewerbe (HGG) auf eine breite Resonanz. Ende Oktober 2020 konnten wir der Staatskanzlei mehr als 17 400 beglaubigte Unterschriften überreichen.

Wir rufen die Stimmbevölkerung des Kantons auf, die Hauptvorlage abzulehnen und den Eventualantrag anzunehmen. Dieser verzichtet auf zusätzliche Verkaufssonntage. Gleichzeitig verankert er weitgehend unbestrittene Bestimmungen zur Regulierung der E-Zigaretten im Gesetz. Wichtig: Bei der Stichfrage ist das Kreuz bei Eventualantrag anzubringen. So stellen wir sicher, dass bei einem doppelten Ja die Entscheidung in unserem Sinn ausfällt.

Wir halten Sie über unsere Aktivitäten auf folgenden Kanälen auf dem Laufenden

www.ladenöffnungszeitenbern.ch

facebook Nein zu mehr Sonntagsarbeit Bern

Bei Bedarf stellen wir Ihnen weitere Informationen und Unterlagen zu. Das Kampagnesekretariat wird vom GKB geführt, den Sie wie folgt erreichen:

Mail: wartenweiler@gewerkschaftenbern.ch,

Telefon: 031 372 50 07, 079 235 91 64

Das Präsidium des Referendumskomitee teilen sich folgende VertreterInnen von Parteien und Organisationen.

Corrado Pardini Präsident Gewerkschaftsbund Kanton Bern

Rébecca Lena-Christofaro Leiterin Unia Transjurane

Stefan Wüthrich Leiter Unia Bern-Oberaargau-Emmental

Mirjam Veglio Co-Präsidentin SP Kanton Bern, Grossrätin

Walter Wüthrich Sekretär Gewerkschaft Syna

Adrian Flükiger Sekretär Syndicom

Daniel Wyrsch Angestellte Bern, Grossrat SP

Nathalie Imboden Präsidentin Grüne Kanton Bern, Grossrätin Grüne,

Benjamin Carisch Präsident EDU Kanton Bern

Barbara Streit-Stettler Grossrätin EVP

Tanja Bauer Präsidentin VPOD, Grossrätin SP