Gemeinsame Medienmitteilung der Unia Regionen Bern-Oberaargau-Emmental, Biel-Solothurn-Seeland, Berner Oberland, Transjurane und des Gewerkschaftsbundes des Kantons Bern

Referendum

Wie angekündigt lancieren die Unia-Regionen im Kanton Bern heute das Referendum gegen das neue Gesetz über den Handel und das Gewerbe. Unterstützt werden sie vom Gewerkschaftsbund des Kantons Bern und den darin vertretenen Gewerkschaften, darunter syndicom, vpod und SEV, sowie von der Gewerkschaft syna, der SP, den Grünen, der EVP und der Alternativen Linken. Auch die Sonntagsallianz unterstützt das Referendum. Weitere Organisationen sind angefragt.

Das Referendum ist notwendig, weil der Grosse Rat in der Junisession die Zahl der Verkaufssonntage von zwei auf vier verdoppelt hat. Für die Angestellten im Detailhandel, die bereits heute unter schwierigen Arbeitsbedingungen und zu tiefen Löhnen arbeiten, ist dies eine unzumutbare Zusatzbelastung. Sie haben sich immer wieder gegen Sonntagsarbeit ausgesprochen – so zuletzt in einer Umfrage der Unia gemeinsam mit dem Gewerkschaftsbund des Kantons Bern.

Die Ausdehnung der Sonntagsarbeit fällt in die Zeit der Corona-Krise. Das Personal im Detailhandel, namentlich im Food-Bereich, konnte in schwierigen Zeiten die Versorgung der Bevölkerung aufrechterhalten. Dafür erhielten die Angestellten in dieser essentiellen Branche viel Applaus. Doch der Grosse Rat verpasst dem Verkaufspersonal eine schallende Ohrfeige. Auf Druck der grossen Detailhändler dereguliert er die Arbeitszeit, statt die Arbeit der Beschäftigten tatsächlich aufzuwerten.

Der Sonntag ist ein allgemeiner Ruhetag. Wir wehren uns gegen eine weitere Aufweichung der Sonntagsruhe. Der Sonntag ist der Familientag. Er dient der Erholung und der Entspannung sowie der Pflege sozialer Kontakte. Das soll auch in Zukunft so sein – gerade für Verkäufer/innen!

Indem die Unia das Referendum ergreift, gibt sie den Stimmberechtigten die Gelegenheit, die Sonntagsruhe zu verteidigen und den Arbeitnehmerschutz während der Krise und darüber hinaus zu sichern.

Das Referendum kann hier unterschrieben werden. www.gewerkschaftenbern.ch

Für Rückfragen:

Rébecca Lena-Cristofaro, Regionalsekretärin Unia Transjurane, 079 795 03 76 (F)
Jesus Fernandez, Regionalsekretär Unia Biel-Solothurn-Seeland, 079 231 60 05 (D/F)
Muriel Zürcher, Regionalsekretärin Unia Bern-Oberaargau-Emmental, 078 845 07 13 (D)
Giuseppe Reo, Regionalsekretär Unia Berner Oberland, 079 204 96 80 (D)
Johannes Wartenweiler, Sekretär GKB, 079 235 91 64 (D/F)